Kinder brauchen einen sicheren Ort und eine feste Bindung

Das Besondere an unseren Kinderhäusern ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren eigenen Lebensmittelpunkt im Kinderhaus haben und mit vier bis fünf Kindern und Jugendlichen zusammenleben. Damit ist diese Form der Heimerziehung besonders geeignet für Geschwisterkinder, Kinder und Jugendliche die längerfristig dort untergebracht werden sollen.

Die Kinderhäuser des Vereins für familienorientierte Hilfen zur Erziehung e. V. sind Kleinsteinrichtungen in der Heimerziehung. Bis zu fünf junge Menschen (in Ausnahmefällen sechs) aus identischen oder unterschiedlichen Herkunftsfamilien versuchen während ihres gemeinsamen Aufenthaltes in familienähnlichen Strukturen Korrektiverfahrungen zu sammeln und für ein Leben außerhalb der Fremdunterbringung sicher anwendbar zu machen. Hier werden sie vor allem durch den/die im Hause ebenfalls lebende/n Kinderhausleiter/in begleitet und umsorgt. Gerade für jüngere Geschwisterkinder stellt das Kinderhaus eine sehr gelingende Alternative zur getrennten Unterbringung bei Pflegefamilien dar.

 

Durch das Zusammenleben von höchstens fünf jungen Menschen und bis zu drei Erzieher/innen ist Erziehung im familienorientierten Sinne möglich. Die mit im Haus lebenden ständigen Bezugspersonen ermöglichen es den jungen Menschen, Fremdunterbringung nicht als klassische Heimerziehung zu erleben, sondern in einer „anderen Familie“ willkommen zu sein. Eine Belegung des Kinderhauses u. a. mit Geschwisterkindern und/oder mit mittel- bis langfristigen Aufenthalts-perspektiven ermöglicht das Entstehen von festen, sozialen und tragfähigen Beziehungen. Die Betreuung der jungen Menschen erfolgt begleitend und wertschätzend im familienorientierten Sinne. Durch die Nähe und Kontinuität der Bezugspersonen, durch ihre Transparenz und Ehrlichkeit in Fragen der sozialen und emotionalen Beziehungen zum Kind oder Jugendlichen, jungen Volljährigen bieten sie den jungen Menschen die Sicherheit einer stabilen Beziehung und das Erleben aller sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Die gesetzlichen Grundlagen zur Aufnahme in das Kinderhaus können je nach Einzelfall unterschiedlich sein. Dazu kommen individuelle Formen der Nachbetreuung und anderer ambulanter Betreuungsleistungen im Einzelfall. Individueller Mehrbedarf kann durch zusätzliche Betreuungsstunden durch die Einrichtung abgedeckt werden.